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1.5 Tensorproduktflächen

Abbildung 1.7: Tensorproduktfläche
Tensorproduktfläche

Nun sollen mit Hilfe der Splinefunktionen, insbesondere der Bézierkurven, Flächen im R^3 dargestellt werden. Intuitiv kann man eine Fläche auch als Kurve auffassen, die sich durch den Raum bewegt und dabei ihre Form verändert (vgl. [Far93]). Dies ist schematisch in Abbildung 1.7 dargestellt. Wir beschränken uns im folgenden darauf, daß diese Kurve zu jedem Zeitpunkt eine Bézierkurve vom Grad alpha ist. Sei c^v die Kurve zum Zeitpunkt v, wobei c^0 die Anfangskurve und c^1 die Endkurve sei,

c^v: [0,1] -> R^3, u -> \sum_{j=0}^alpha P_j(v)B^alpha_j(u). (1.27)

Bewegt sich diese Kurve im Raum, so wird ihre Form zu jedem Zeitpunkt v durch eine Menge von Kontrollpunkten {P_j(v)}_{j=0:alpha} bestimmt. Damit geht von jedem einzelnen ursprünglichen Kontrollpunkt P_j(0) eine Kurve aus, die die Lage der folgenden Kontrollpunkte beschreibt. Wir beschränken uns nun weiter darauf, daß auch diese Kurven Bézierkurven vom festen Grad beta sind, die selbst durch Kontrollpunkte beschrieben werden, d.h. P_j(v) wird beschrieben durch

P_j: [0,1] -> R^3, v -> \sum_{k=0}^beta P_{j,k} B^beta_k(v). (1.28)

Kombiniert man beide Gleichungen, erhält man eine Fläche S als Tensorprodukt

S: [0,1]^2 -> R^3, (u,v) -> \sum_{j=0}^alpha \sum_{k=0}^beta P_{j,k} B^alpha_j(u) B^beta_k(v), (1.29)

die durch die Punkte P_{j,k} vollständig beschrieben wird. Viele der Eigenschaften dieser Bézierflächen lassen sich direkt aus den Eigenschaften der Bézierkurven ableiten (siehe auch [Far93]).

Die Originalkurve c^0 hat die Kontrollpunkte {P_{i,0}}_{i=0:beta} und es ist einfach zu zeigen, daß jede beliebige Randkurve von S als Anfangskurve zu verwenden ist. Die Randkurven der Fläche sind Polynomkurven und werden durch die Randpunkte des Kontrollnetzes P_{j,k} festgelegt. Insbesondere liegen alle vier Ecken des Kontrollnetzes auf der Fläche.

Es gilt

\sum_{j=0}^alpha \sum_{k=0}^beta B^alpha_j(u) B^beta_k(v) \equiv 1, (1.30)

d.h. (1.29) ist eine affine Kombination und somit affin invariant.

Für 0 <= u,v <= 1 sind B^alpha_j(u)B^beta_k(v) nicht negativ. Zusammen mit (1.30) folgt damit, daß (1.29) eine Konvexkombination ist. Die Fläche liegt somit in der konvexen Hülle der Kontrollpunkte.


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